Dr. Irmtraud Rippel-Manß: „Good Luck“ Kunstfoyer am Langenweg, Oldenburg
Hilke Dettmers beobachtet als Malerin, wo und wie es sich die Menschen künstlich heimisch machen. Ob glitzernder Eislaufplatz oder die leeren Stühle in einem Café, ein Kunstgarten mit schwimmenden Bäumen oder der Lampionhimmel über einer Straßenflucht in Los Angeles – sie übersetzt die Arrangements in Malerei. Es entstehen Stillleben der Alltäglichkeit, die wir als vertraut, als Heimat ansehen. Zu den Objekten, die sie immer wieder festhält, gehören Maskottchen – mehr oder minder kitschige Glücksbringer, Kugeln, Federn, Perlen, Püppchen, die an Autospiegeln hängen.

Sie sollen ein bisschen hexen und verhexen, Glück erzwingen, etwas Persönliches in die immergleiche Serienware bringen. Sie sind aufgeladen mit der Sehnsucht des Besitzers, sich zu verorten, einen Ort zur Heimat oder ein Produkt zu einem persönlichen Gegenstand zu erklären.Auf den aktuellen Bildern von Hilke Dettmers ist der Mensch abwesend. Auf ihn verweisen nur die Dinge, die er geordnet hat, die Zeichen, die er setzt. Um das zu schildern braucht sie keine Panoramen, ihr genügen unspektakuläre Ausschnitte. So hält sie einen Innenhof fest, in dem ein kleines Beet angelegt ist, das durch unterlassene Pflege absurd und verloren wirkt. Sie malt einen Treppenaufgang, der mit bunten Kugeln verziert nach oben führt; oder ein unauffällig möbliertes Zimmer, in dem ein winziges Objekt am Boden die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Nicht die Dinge, sondern das, was hinter den Dingen kommt interessiert die Malerin. Die Farbigkeit ihrer Bilder ist zart und diffus, wie aus einer verwehten Erinnerung genommen.
